Jüdische Geschichte Burgdorf

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November möchte die Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Burgdorf bei Hannover dokumentieren und die Erinnerung an sie wachhalten. Vorläufig liegt der Schwerpunkt auf der Zeit vor und während des Nationalsozialismus. Die Zeugnisse jüdischen Lebens hier reichen jedoch zurück bis in das 17. Jahrhundert. Die Erinnerung an die jüdische Gemeinschaft der Stadt ist verbunden mit dem Auftrag dafür einzutreten, dass Jüdinnen und Juden heute in Deutschland frei, gleichberechtigt und unbeschwert leben und ihr Jüdisch-Sein gestalten können. Die Erinnerung ist auch verbunden mit dem Schmerz, dass es in Burgdorf z.Zt. keine jüdische Gemeinde mehr gibt.

Aktuelle Beiträge, Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie in unserem Newsblog hier.

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Orte jüdischer Geschichte in Burgdorf

Gartenstraße 44

Gartenstraße 44 Margarethe Cohn Heinz Cohn Patientenbuch Neuerkerode Margarethe Cohn, Heinz Cohn und Hildegard Cohn Margarethe Cohn wurde am 2. August 1905 in Burgdorf im

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Uetzer Straße 12

Uetzer Straße 12 Julius Cohn Ruth Cohn ganz links und Gerda Eschemann mit Zoepfen hinten Gemeindehaus St.Pankratius ca. 1932 Julius Cohn, Elsa Cohn geb. Rose

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Poststraße 1

Poststraße 1 Geschäft Moosberg Emilie Neuhaus geb. Moosberg und Clara Palmbaum geb. Moosberg Sally Levy Moosberg aus Bückeburg erwarb 1858 das Haus Poststraße 1 von

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Marktstraße 48

Marktstraße 48 Clara Aselmann Johanne Simon Rudolf Aselmann 1949 Meldekarte Johanne Simon Hannoversche Neustadt 4 SA und NSDAP marschieren durch die Marktstraße 1933 Familie Simon

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Louisenstraße 4

Louisenstraße 4 Meyer Löwenstein und Ida geb. Blumenthal auf dem Spittaplatz Meyer Löwenstein und dessen Frau Ida geb. Blumenthal Meyer Löwenstein wurde am 29. Oktober

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Klicken Sie auf die orangenen Stecknadeln in der Karte, um über den Link mehr über die dort ehemals lebenden Menschen und ihr Schicksal zu erfahren oder Orte jüdischen Lebens zu entdecken.

Arbeitskreis Gedenkweg 9. November

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November wurde in Burgdorf anlässlich der 50-jährigen Wiederkehr des Erinnerns an die Reichspogromnacht durch Gertrud Mrowka und Rudolf Bembenneck, damals Pastor an der St. Pankratius-Kirche, gegründet.

Rudolf Bebenneck hatte 1986 nach dem Fund der Ehrentafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Burgdorfer Soldaten der Synagogengemeinde auf dem Dachboden des städtischen Bauhofs begonnen, die Schicksale der jüdischen Bürger dieser Stadt zu recherchieren. Am 9. November 1988 wurde in einer Gedenkfeier auf dem alten jüdischen Friedhof Burgdorfs unter Beteiligung des damaligen Landesrabbiners Henry Brandt, der Stadtpolitiker*innen und einer großen Öffentlichkeit von mehreren hundert Burgdorfer*innen die Tradition des alljährlichen Gedenkens begonnen.

Dem Arbeitskreis gehören Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden St. Pankratius, St. Paulus und Martin-Luther, der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und des Kulturvereins Scena sowie interessierte Einzelpersonen an. Z. Zt. engagieren sich 10 Menschen im Arbeitskreis. Die Mittel für die Projekte des Arbeitskreises werden durch Spenden aufgebracht.

Ausgangspunkt und Kernanliegen ist die Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Burgdorf. Wichtige Erinnerungsorte im öffentlichen Raum gehen auf Initiativen des Arbeitskreises zurück, so die 2006-2008 von Gunter Demnig verlegten Stolpersteine und der 2008 von Uwe Appold gestaltete Gedenkfries für die in der NS-Zeit Ermordeten. Im Gebäude der 1811 eingeweihten, ehemaligen Synagoge entstand das Kulturzentrum KulturWerkStadt, das in einem Bereich dauerhaft an die Geschichte des Hauses und seine Nutzung als Synagoge erinnert. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Kenntnissen über das historische und heutige Judentum und die Begegnung mit jüdischen Menschen ein wichtiges Anliegen des Arbeitskreises. Neben der jährlich am 9. November stattfindenden Gedenkveranstaltung organisiert der Arbeitskreis Vorträge, Ausstellungen, Kino-Vorstellungen und Exkursionen. Er sucht den Kontakt zu Vertreter*innen der Politik, Kirchengemeinden und Schulen, um gemeinsam „ein historisch belehrtes Gegenwartsbewusstsein“ (Thomas Meyer) zu entwickeln.

Gertrud Mrowka 04. November 2008 (Bild D. Heun)
Rudolf Bembenneck 04. November 2008 (Bild: D. Heun)
Gedenkfries im Rathaus Burgdorf

Newsblog

Stadtrundrang zu den Stolpersteinen

Stadtrundrang zu den Stolpersteinen Dank des Engagements der Lehrkräfte konnten wir auch in diesem Jahr wieder mit insgesamt 10 Kleingruppen aus Schüler:innen der 10. Klassen des Gymnasium Burgdorfs einen Rundgang zu wichtigen Stationen des Erinnerns an jüdisches Leben in der Innenstadt Burgdorfs machen. Neben den Stolpersteinen, die an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Burgdorfer:innen „mosaischer Religionszugehörigkeit“ erinnern, sind die ehemalige Synagoge und heutige KulturWerkStadt sowie das Kriegerdenkmal am Portal der St. Pankratius-Kirche wichtige Stationen. „Man muss nicht weit von zu Hause weggehen, um etwas über diese Geschichte zu erfahren […]. Wenn man in seiner eigenen Stadt anfängt, hat man

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Anne-Frank-Tag am 13. Juni 2022 an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule

Anne-Frank-Tag am 13. Juni 2022 an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule Die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule hat sich auch in diesem Jahr wieder am Anne-Frank-Tag beteiligt. Das Anne-Frank-Zentrum ruft alljährlich im Umfeld zu Anne Franks Geburtstag am 12. Juni Schulen dazu auf, sich mit Anne Frank und der Verfolgung der Juden und Jüdinnen im Nationalsozialismus zu befassen. Lehrkräfte, Schüler*innen und die breite Öffentlichkeit sollen dadurch für Antisemitismus und Rassismus sensibilisiert werden. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Freundschaft“. Die Burgdorfer Schüler:innen der 10. Klassen erhielten dazu einen Impuls aus der Lokalgeschichte. Judith Rohde vom Arbeitskreis Gedenkweg 9. November stellte ihnen die Geschichte zweier

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Vortragsreihe zur Geschichte der Weimarer Republik am Beispiel der Region Hannover in der Paulus-Feierabend-Akademie

Vortragsreihe zur Geschichte der Weimarer Republik am Beispiel der Region Hannover in der Paulus-Feierabend-Akademie mit Dr. Peter Schulze, Hannover Paulus-Zentrum Burgdorf, Berliner Ring 17, jeweils von 19.00 Uhr bis ca. 21.15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. 15. Juni 2022 Das Trauma des verlorenen Weltkriegs. Deutschnationaler Totenkult als antidemokratische Mobilisierung  Nach 1918 gibt es keinen gesellschaftlichen Konsens über die Erinnerung an die Kriegstoten. Die republikanische Linke wehrt sich gegen die ‚Dolchstoßlegende‘, führt aber keine Auseinandersetzung um die Kriegsursachen. Die öffentliche Weltkriegserinnerung bleibt der politischen Rechten überlassen. Ihre Aufmärsche und Appelle sind Teil der Mobilisierung gegen die Weimarer Demokratie. 6. Juli 2022 Antisemitismus in Hannover: Judenfeindschaft als

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Verbrechen im Nationalsozialismus: Das Kainsmal oder Wie wird Schuld produktiv?

Prof. Dr. Katharina von Kellenbach Verbrechen im Nationalsozialismus: Das Kainsmal oder Wie wird Schuld produktiv? Prof. Dr. Katharina von Kellenbach Vortrag 6. Mai 2022 19:00 in St. Paulus (Burgdorf) Das Kainsmal wird oft fälschlich als Stigma oder Zeichen der Beschämung verstanden. Aber in der Kainsgeschichte steckt ein radikal neuer Zugang zur Schuld: keine Bürde oder Last, die durch Vergebung erleichtert und abgenommen werden muss; auch kein Schandfleck, der gereinigt und weggewaschen werden muss. Kain darf weiterleben, wird Vater und baut eine Stadt, weil seine Schuld offen und transparent bleibt. Was bedeutet die Kainsgeschichte für den produktiven Umgang mit der deutschen

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Lesen! Eva Menasse: Dunkelblum

Lesen! Eva Manesse: Dunkelblum Verlag: Kiepenheuer&Witsch 528 Seiten, 25 € ISBN: 978-3-462-04790-5 Auch als e-book und bei Audible,  eingelesen von der Autorin selbst Das ist ein Buch, das man zwei Mal lesen muss. 1. Weil es gut geschrieben ist – große Sprachoper, nennt Denis Scheck es im „lesenswert“-Quartett des SWR. 2. Weil es eine spannend entwickelte Analyse eines nationalsozialistischen Täterkollektives ist. 3. Weil man beim ersten Lesen den Überblick verliert – und das ist vermutlich gewollt. Doch der Reihe nach. In ihrem aktuellen Roman beschreibt Eva Menasse den Mikrokosmos einer österreichischen Kleinstadt im Burgenland an der Grenze zu Ungarn zur

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80 Jahre Riga-Deportation

von Hamburg nach Riga deportierte Burgdorfer „…nach dem Osten gebracht“ – 80 Jahre Riga-Deportation Schon seit Februar 1940 gab es regional begrenzte und sporadische Transporte deutscher Jüdinnen und Juden „in den Osten“. Ab Oktober 1941 begann die systematische Deportation in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in den Gebieten östlich der Reichsgrenzen flankiert von einem generellen Auswanderungsverbot für jüdische Menschen. Am 06.12.1941 wurden Elsa Cohn geb. Rose, ihr Mann Julius und ihr Sohn Arnold sowie Rosalie Cohn geb. Lindenbaum und ihr Mann Hermann von Hamburg aus nach Riga deportiert (oberes Bild).  Am 15. 12. 1941 wurden Margarethe Cohn, ihre Tochter Hildegard, Georg

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Warum arbeiten Menschen im Arbeitskreis Gedenkweg 9. November mit?

Weiterführende Informationen

Literaturempfehlung

Der Holocaust

Ein Buch für junge Leser

Von Barbara Rogasky

Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN-10 : 3871343501

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