Jüdische Geschichte Burgdorf

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November möchte die Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Burgdorf bei Hannover dokumentieren und die Erinnerung an sie wachhalten. Vorläufig liegt der Schwerpunkt auf der Zeit vor und während des Nationalsozialismus. Die Zeugnisse jüdischen Lebens hier reichen jedoch zurück bis in das 17. Jahrhundert. Die Erinnerung an die jüdische Gemeinschaft der Stadt ist verbunden mit dem Auftrag dafür einzutreten, dass Jüdinnen und Juden heute in Deutschland frei, gleichberechtigt und unbeschwert leben und ihr Jüdisch-Sein gestalten können. Die Erinnerung ist auch verbunden mit dem Schmerz, dass es in Burgdorf z.Zt. keine jüdische Gemeinde mehr gibt.

Aktuelle Beiträge, Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie in unserem Newsblog hier.

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Orte jüdischer Geschichte in Burgdorf

Braunschweiger Straße 10

Braunschweiger Straße 10 Seewald Sigfried Goldschmidt und Berta geb. Fleischhacker Seewald Siegfried Goldschmidt Am 2. November 1880 wurde Seewald Siegfried Goldschmidt in dem Haus in

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Klicken Sie auf die orangenen Stecknadeln in der Karte, um über den Link mehr über die dort ehemals lebenden Menschen und ihr Schicksal zu erfahren oder Orte jüdischen Lebens zu entdecken.

Arbeitskreis Gedenkweg 9. November

Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November wurde in Burgdorf anlässlich der 50-jährigen Wiederkehr des Erinnerns an die Reichspogromnacht durch Gertrud Mrowka und Rudolf Bembenneck, damals Pastor an der St. Pankratius-Kirche, gegründet.

Rudolf Bebenneck hatte 1986 nach dem Fund der Ehrentafel für die im 1. Weltkrieg gefallenen Burgdorfer Soldaten der Synagogengemeinde auf dem Dachboden des städtischen Bauhofs begonnen, die Schicksale der jüdischen Bürger dieser Stadt zu recherchieren. Am 9. November 1988 wurde in einer Gedenkfeier auf dem alten jüdischen Friedhof Burgdorfs unter Beteiligung des damaligen Landesrabbiners Henry Brandt, der Stadtpolitiker*innen und einer großen Öffentlichkeit von mehreren hundert Burgdorfer*innen die Tradition des alljährlichen Gedenkens begonnen.

Dem Arbeitskreis gehören Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden St. Pankratius, St. Paulus und Martin-Luther, der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus und des Kulturvereins Scena sowie interessierte Einzelpersonen an. Z. Zt. engagieren sich 10 Menschen im Arbeitskreis. Die Mittel für die Projekte des Arbeitskreises werden durch Spenden aufgebracht.

Ausgangspunkt und Kernanliegen ist die Erinnerung an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Burgdorf. Wichtige Erinnerungsorte im öffentlichen Raum gehen auf Initiativen des Arbeitskreises zurück, so die 2006-2008 von Gunter Demnig verlegten Stolpersteine und der 2008 von Uwe Appold gestaltete Gedenkfries für die in der NS-Zeit Ermordeten. Im Gebäude der 1811 eingeweihten, ehemaligen Synagoge entstand das Kulturzentrum KulturWerkStadt, das in einem Bereich dauerhaft an die Geschichte des Hauses und seine Nutzung als Synagoge erinnert. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Kenntnissen über das historische und heutige Judentum und die Begegnung mit jüdischen Menschen ein wichtiges Anliegen des Arbeitskreises. Neben der jährlich am 9. November stattfindenden Gedenkveranstaltung organisiert der Arbeitskreis Vorträge, Ausstellungen, Kino-Vorstellungen und Exkursionen. Er sucht den Kontakt zu Vertreter*innen der Politik, Kirchengemeinden und Schulen, um gemeinsam „ein historisch belehrtes Gegenwartsbewusstsein“ (Thomas Meyer) zu entwickeln.

Gertrud Mrowka 04. November 2008 (Bild D. Heun)
Rudolf Bembenneck 04. November 2008 (Bild: D. Heun)
Gedenkfries im Rathaus Burgdorf

Newsblog

Vortragsreihe zur Geschichte der Weimarer Republik am Beispiel der Region Hannover in der Paulus-Feierabend-Akademie

Vortragsreihe zur Geschichte der Weimarer Republik am Beispiel der Region Hannover in der Paulus-Feierabend-Akademie mit Dr. Peter Schulze, Hannover Paulus-Zentrum Burgdorf, Berliner Ring 17, jeweils von 19.00 Uhr bis ca. 21.15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. 15. Juni 2022 Das Trauma des verlorenen Weltkriegs. Deutschnationaler Totenkult als antidemokratische Mobilisierung  Nach 1918 gibt es keinen gesellschaftlichen Konsens über die Erinnerung an die Kriegstoten. Die republikanische Linke wehrt sich gegen die ‚Dolchstoßlegende‘, führt aber keine Auseinandersetzung um die Kriegsursachen. Die öffentliche Weltkriegserinnerung bleibt der politischen Rechten überlassen. Ihre Aufmärsche und Appelle sind Teil der Mobilisierung gegen die Weimarer Demokratie. 6. Juli 2022 Antisemitismus in Hannover: Judenfeindschaft als

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Verbrechen im Nationalsozialismus: Das Kainsmal oder Wie wird Schuld produktiv?

Prof. Dr. Katharina von Kellenbach Verbrechen im Nationalsozialismus: Das Kainsmal oder Wie wird Schuld produktiv? Prof. Dr. Katharina von Kellenbach Vortrag 6. Mai 2022 19:00 in St. Paulus (Burgdorf) Das Kainsmal wird oft fälschlich als Stigma oder Zeichen der Beschämung verstanden. Aber in der Kainsgeschichte steckt ein radikal neuer Zugang zur Schuld: keine Bürde oder Last, die durch Vergebung erleichtert und abgenommen werden muss; auch kein Schandfleck, der gereinigt und weggewaschen werden muss. Kain darf weiterleben, wird Vater und baut eine Stadt, weil seine Schuld offen und transparent bleibt. Was bedeutet die Kainsgeschichte für den produktiven Umgang mit der deutschen

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Lesen! Eva Menasse: Dunkelblum

Lesen! Eva Manesse: Dunkelblum Verlag: Kiepenheuer&Witsch 528 Seiten, 25 € ISBN: 978-3-462-04790-5 Auch als e-book und bei Audible,  eingelesen von der Autorin selbst Das ist ein Buch, das man zwei Mal lesen muss. 1. Weil es gut geschrieben ist – große Sprachoper, nennt Denis Scheck es im „lesenswert“-Quartett des SWR. 2. Weil es eine spannend entwickelte Analyse eines nationalsozialistischen Täterkollektives ist. 3. Weil man beim ersten Lesen den Überblick verliert – und das ist vermutlich gewollt. Doch der Reihe nach. In ihrem aktuellen Roman beschreibt Eva Menasse den Mikrokosmos einer österreichischen Kleinstadt im Burgenland an der Grenze zu Ungarn zur

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80 Jahre Riga-Deportation

von Hamburg nach Riga deportierte Burgdorfer „…nach dem Osten gebracht“ – 80 Jahre Riga-Deportation Schon seit Februar 1940 gab es regional begrenzte und sporadische Transporte deutscher Jüdinnen und Juden „in den Osten“. Ab Oktober 1941 begann die systematische Deportation in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in den Gebieten östlich der Reichsgrenzen flankiert von einem generellen Auswanderungsverbot für jüdische Menschen. Am 06.12.1941 wurden Elsa Cohn geb. Rose, ihr Mann Julius und ihr Sohn Arnold sowie Rosalie Cohn geb. Lindenbaum und ihr Mann Hermann von Hamburg aus nach Riga deportiert (oberes Bild).  Am 15. 12. 1941 wurden Margarethe Cohn, ihre Tochter Hildegard, Georg

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Heimat und Exil – Verfolgung und Vernichtung: Veranstaltungen des Arbeitskreis Gedenkweg 9. November

Heimat und Exil – Verfolgung und Vernichtung: Veranstaltungen des Arbeitskreis Gedenkweg 9. November Emil Cohn Stadtarchiv Burgdorf Vor 80 Jahren, am 23. Oktober 1941, erließ die nationalsozialistische Regierung einen endgültigen Ausreisestopp, nachdem das Regime zuvor zwischen Forcierung und Behinderung der Ausreise jüdischer Menschen aus Nazi-Deutschland hin- und herschwankte. Der Arbeitskreis Gedenkweg 9. November erinnert am 11.11.21 um 17 Uhr im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses mit einer Gedenkveranstaltung an die aus Burgdorf und Deutschland vertriebenen Mitglieder der Familie Emil Cohn, für die am Tag darauf Stolpersteine verlegt werden. Die Veranstaltung im Ratssaal zeigt gleichzeitig Verbindungslinien zu heutigen Flucht- und Ankommenserfahrungen auf,

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We Refugees

We Refugees Zufluchtsländer 1941 „Vor allem mögen wir es nicht, wenn man uns ›Flüchtlinge‹ nennt.“ Mit diesem Satz beginnt Hannah Arendts Aufsatz „We refugees“, der 1943 erschien. Im Klappentext der Reclam-Ausgabe der deutschen Übersetzung, schreibt der Verlag 2016: „[Der Aufsatz] zeigt nun heute seine eigentliche Sprengkraft: Die Frage, ob Staaten überhaupt noch in der Lage sind, Flüchtlings-Probleme zu bewältigen, da die Nationalsozialisten die Idee des schützenden Nationalstaates demontiert haben, verneint Arendt mit Nachdruck.“ Und Thomas Meyer erläutert in seinem Essay zu Arendts Aufsatz in dieser Ausgabe: „Die Flüchtlingsfrage ist universell geworden. Sie erfordert eine Überprüfung des Selbstverständnisses von Staaten, das

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Warum arbeiten Menschen im Arbeitskreis Gedenkweg 9. November mit?

Weiterführende Informationen

Literaturempfehlung

Der Holocaust

Ein Buch für junge Leser

Von Barbara Rogasky

Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN-10 : 3871343501

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